Urteil ⚖️ BGH stärkt Influencern 2021 den Rücken

Veröffentlicht am 13. September 2021 von Dr. Max Greger | Influencer Marketing | 0 Kommentare

Kurz vor dem Wochenende entschied der BGH gleich drei Streitigkeiten über die Zulässigkeit von Influenzer-Beiträgen. Zu diesem Thema hatte ich ja schon früher geschrieben („Schleichwerbung wenn Influencer kein Geld bekommt (Cathy Hummels)?„).

Anbei nun eine kurze Zusammenfassung der offiziellen Pressemitteilung des BGH:

Kern der Pressemitteilung

Entscheidend war die Frage, ob der jeweilige Post ausreichend als Werbung gekennzeichnet war bzw. ob eine Werbe-Kennzeichnung überhaupt notwendig war.

Der BGH Posts bewertet Posts (Beiträge) als geschäftliche Handlung zugunsten eines fremden Unternehmens (die dann z.B. mit „Werbung“ gekennzeichnet werden müssen), wenn

„… dieser Beitrag nach seinem Gesamteindruck übertrieben werblich ist, etwa weil er ohne jede kritische Distanz allein die Vorzüge eines Produkts dieses Unternehmens in einer Weise lobend hervorhebt, dass die Darstellung den Rahmen einer sachlich veranlassten Information verlässt”.

Die bloße Verlinkung eines Produkts per Tap Tags muss nicht als Werbung gekennzeichnet werden. Anders aber, wenn Influencer auf Internetseiten von Produktherstellern verlinken.

Meine Meinung

Influencer können etwas aufatmen. Denn bislang legten die Gerichte die medienrechtlichen Vorschriften häufig strenger aus. Grund war immer auch der Schutz jüngerer Verbraucher vor unsachlicher Beeinflussung. Aber auch wenn die Anforderungen nun etwas lockerer erscheinen: sonnenklar wird aus der Pressemitteilung nicht, wann Posts als Werbung zu kennzeichnen sind (insbesondere warum Tap Tags anders als Verlinkungen nicht werblich sind).

Daher würde ich Posts im Zweifel mit „Anzeige“ bzw. „Werbung“ kennzeichnen. Auch „bezahlte Partnerschaft“ scheint den BGH nicht zu stören.

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