Abmahnung – Warner fordert Teilnehmer der JERUSALEMA-Challenge zur Kasse

Veröffentlicht am 15. Februar 2021 von Dr. Max Greger | Urheberrecht | 0 Kommentare
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urhebervermerk copyright-vermerk unterschiedWarner versendet in den letzten Tagen zahlreiche Abmahnungen und fordert Teilnehmer der JERUSALEMA-Challenge zur Kasse.

Skandal? Hier lesen Sie meine Experteneinschätzung kurz und knackig. finger right

Jerusalema-Challenge als Zeichen der Hoffnung

Sie haben es sicher mitbekommen: Zahlreiche Teilnehmer der Jerusalema-Challenge, also Mitarbeiter von Institutionen (u. a. Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser) veröffentlichten in den letzten Monaten Videoclips, in denen sie als Gruppe zum Song „Jerusalema“ tanzen. Gedacht war das als Zeichen der Hoffnung in den derzeitigen Corona-Zeiten. Denn „Jerusalema“ bedeutet in dem in der afrikanischen Sprache Zulu getexteten Song das himmlische Jerusalem, also Ort der Hoffnung, der Freude.

Abmahnungen von Warner Music

Eingehandelt haben sie sich aber nicht Freude, sondern Abmahnungen und Schadensersatzforderungen seitens Warner. Warner ist das Label, das die Rechte des Songs für sich in Anspruch nimmt.

Das Label Warner Music hat in den letzten Tagen zahlreiche Teilnehmer der „Jerusalema Challenge“ abgemahnt. Das heißt, dass Warner die Teilnehmer auffordert, die Videoclips nicht weiter auf YouTube bereitzustellen. Gleichzeitig verlangte Warner jeweils auch Schadensersatz in mittlerer vierstelliger Höhe.

Wie ist die Rechtslage? Urheberrecht geht vor!

Ob Warner und der Komponist, der Künstler „Master KG“, sich durch diese „Abmahnwelle“ beliebt machen, steht dahin. Denn es steht fest, dass Master KG den Song Jerusalema komponiert hat, also der Urheber ist. Er bzw. sein Label Warner haben das sog. „Synchrecht“ (dt.: Filmherstellungsrecht, § 88 UrhG).

Die Tänzer haben wohl leider das Musikwerk mit „Bildfolgen“ zu einem Filmwerk verknüpft, ohne die Rechteinhaber nach einer Lizenz zu fragen. Die Folge: Unterlassungsanspruch und Schadensersatz.

Hätte Warner milder reagieren können? Möglich. Musste Warner das? Nein.

Fazit

💡 Wir merken uns also: Vorsicht bei urheberrechtlich geschützter Musik in Videos!


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