Die 5 wichtigsten Rechts-Tipps für dein Coaching Business 2021

Veröffentlicht am 13. Januar 2021 von Dr. Max Greger | E-Commerce Vertragsrecht | 0 Kommentare

coaching Du betreibst ein Coaching Business und willst Dich am liebsten nicht lange mit rechtlichen Sachen aufhalten? Hier kannst du 10 wertvolle Rechts-Tipps für dein Coaching Business für das Jahr 2021 schnell und kostenlos abstauben. Interessiert? Dann solltest du den nachfolgenden Beitrag nicht verpassen!

1. Solider Vertrag und AGB

Achte darauf, dass du deine Leistung transparent und nachvollziehbar beschreibst. Ein Coaching-Angebot ist viel individueller als z. B. der Verkauf eines Buchs. Für einen Kunden ist es daher wichtig zu erfahren, wie genau die Leistung aussieht, sprich 1:1 Gespräch oder Gruppengespräche (persönlich, Videocall etc.) oder ein Video-Tutorial (was man dann aber eigentlich nicht als „Coaching“ bezeichnen sollte). Dein Kunde sollte wissen, was er für sein Geld genau bekommt. Auch beim Preis solltest du deinem Kunden keine komplizierten Berechnungen zumuten, sondern ihm den Gesamtbetrag – ohne versteckte Nebenkosten – nennen.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) benötigst du zwar nicht für den Vertragsschluss. Dort kannst du aber wichtige Dinge regeln, zum Beispiel:

  • Haftungsbeschränkungen,
  • Fälligkeit des Kaufpreises bzw. der Vergütung,
  • Leistungsort und Gerichtsstand (zumindest bei B2B-Verträgen),
  • Zeitpunkt des Zustandekommens des Vertrags,
  • Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular,
  • Ablauf des Coachings (wie genau finden die Gespräche statt, was passiert bei einem Ausfall etc.),
  • Vertraulichkeitsvereinbarung.

2. Widerrufsrecht und Widerrufsbelehrung bei Fernabsatzgeschäften

Sofern du Verträge mit deinen Kunden nicht im persönlichen Gespräch (also in Gegenwart) vereinbarst, sondern über eine Website, einen Kommunikationsdienst, E-Mail etc., haben Verbraucher gesetzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Darauf musst du deine (Verbraucher)Kunden mit einer Widerrufsbelehrung hinweisen. Diese Widerrufsbelehrung solltest du anhand des gesetzlichen Mustertexts in der Anlage 1 zu Artikel 246a § 1 Absatz 2 Satz 2 EGBGB formulieren und deinen Kunden am besten in den AGB zur Verfügung stellen. Möglich ist die Übermittlung der Widerrufsbelehrung natürlich auch als E-Mail-Anhang. Halte dich an die gesetzlichen Vorgaben, denn bei einer fehlerhaften Belehrung hat der Verbraucher das Recht, den Vertrag bis zu 12 Monate und 14 Tage nach Erhalt der vertraglichen Leistung zu widerrufen. Das Gleiche gilt für das Muster-Widerrufsformular, das praktisch ein „Anhängsel“ der Widerrufsbelehrung ist.

3. Erlöschen des Widerrufsrechts

Sowohl bei 1:1 Coaching als auch bei vorgefertigten Tutorials spielt das Widerrufsrecht eine große Rolle. Lies dir daher diesen Absatz besonders gut durch, er kann sich für dich auszahlen!

3.1 Erlöschen des Widerrufsrechts bei digitalen Inhalten

Wenn du lediglich abrufbare, digitale Inhalte verkaufst (also kein individuelles „1:1 Coaching“), kannst du das Widerrufsrecht vermeiden. Sobald du mit der Ausführung der Leistung beginnst, erlischt das Widerrufsrecht (§ 356 V BGB). Das ist z. B. der Fall, wenn der Verbraucher die Inhalte vor Ablauf der Widerrufsfrist abruft.

Beispiel: Du bietest einen Online-Videokurs über 20 Stunden zum Thema Persönlichkeitsentwicklung an. Sobald dein „Coachee“ das erste Video (also die erste Sekunde) abruft, hast du mit der Ausführung deiner Leistung begonnen. Das Widerrufsrecht erlischt.

Aber das Erlöschen des Widerrufsrechts setzt zweierlei voraus:

  • Du musst den Kunden darauf hinweisen, dass er sein Widerrufsrecht verliert, wenn er die Inhalte vor Ablauf der Widerrufsfrist abruft.
  • Dein Kunde muss ausdrücklich bestätigen, dass er von diesem Hinweis Kenntnis genommen hat.

3.2 Erlöschen des Widerrufsrechts bei Dienstleistungen

Ein 1:1 Coaching ist rechtlich eine Dienstleistung. Daher erlischt das Widerrufsrecht nicht schon mit Beginn der Ausführung der Leistung beim digitalen, abrufbaren Inhalt. Das Widerrufsrecht erlischt aber, wenn das Coaching vor Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist vollständig durchgeführt wurde (§ 356 IV BGB) und

  • du mit der Ausführung der Dienstleistung erst begonnen hast, nachdem dir dein Kunde dazu seine ausdrückliche Zustimmung erteilt hat und er gleichzeitig seine Kenntnis davon bestätigt hat, dass er sein Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung durch dich verliert.

Wenn hingegen dein Kunde also ein mehrwöchiges 1:1 Coaching (z. B. wöchentliche Sessions) gebucht hat, kann er zumindest innerhalb der 14-tägigen Widerrufsfrist vom Vertrag zurücktreten, § 356 IV BGB. Bereits erhaltene Coaching-Leistungen muss dein Kunde dann aber anteilig bezahlen (Wertersatz). Wertersatz kannst du aber nur verlangen, wenn

  • dein Kunde ausdrücklich verlangt hat, dass du mit deiner Leistung vor Ablauf der Widerrufsfrist beginnst, § 357 VIII BGB n.F.

4. Informationspflichten für Online-Verträge mit Verbrauchern

Immer dann, wenn du über deine Website Verträge mit Verbrauchern schließt, bist du gesetzlich verpflichtet, zahlreiche Informationspflichten zu erfüllen. Hier all diese Pflichtangaben aufzuzählen, die BGB und EGBGB vorschreiben, würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Nachfolgend zeige ich dir einige der wichtigsten Informationspflichten (weitere Infos: s. mein Beitrag Die 10 wichtigsten Rechts-Tipps für Online-Shops im Jahr 2021).

  • Transparente Beschreibung deiner Leistung, der Versandkosten und der Lieferzeit.
  • Falls der Vertragsschluss über eine Website erfolgt: Button Lösung beachten („jetzt kaufen“ / „zahlungspflichtig bestellen“).
  • Unverzügliche Bestellbestätigung nach dem Abschluss der Bestellung.
  • Bei Lieferung der Leistung: alle Pflichtinformationen auf einem „dauerhaften Datenträger“ (also E-Mail, Papierform, im passwortgeschützten Kundenbereich).

5. Vorsicht bei gesundheitsbezogenen Aussagen

Was gut für den Körper und die Gesundheit ist, verkauft sich gerade im Coaching Business sehr gut. Häufige Themen sind das Abnehmen, Fitness, Schlaf etc. Wenn du gesundheitsbezogene Werbebotschaften veröffentlichst, stelle bitte sicher, dass die behaupteten Wirkweisen wissenschaftlich anerkannt sind oder du sie zumindest wissenschaftlich belegen kannst (§ 3 HWG). „Selbstheilung“ von Krankheiten, Verbesserung der Chancen, Kinder zu bekommen, Entgiftung („Detox“) etc. sind wettbewerbsrechtlich bzw. nach dem Heilmittelwerbegesetz unlauter. Auch darfst du nicht für Heilverfahren zur Erkennung, Verhütung, Beseitigung oder Linderung bestimmter Krankheiten oder Leiden bei Menschen oder Tieren werben, wenn du nicht einen entsprechenden Heilberuf ausübst (§ 12 HWG). Du läufst erhebliche Gefahr, dir eine Abmahnung einzufangen.  

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