ERP-Software und das Projekt zur ERP-Einführung

Veröffentlicht am 31. Januar 2020 von Dr. Maximilian Greger | IT-Recht | 0 Kommentare
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ERP-Special
Teil 1

Die Begriffe „ERP-Software“ und „ERP-Einführung“ begegnen nicht nur den Akteuren in der IT-Branche häufig. Stattdessen spielen sie in den meisten produzierenden Unternehmen eine zentrale Rolle. Der nachfolgende Beitrag gibt Ihnen einen ersten Überblick über Projekte zur Einführung von ERP und zum Begriff „ERP“ allgemein.

Was ist eine „ERP-Software“ und was kann sie?

„ERP“ ist die Abkürzung für Enterprise-Resource-Planning. Eine ERP-Software hat generell die Aufgabe, die Ressourcen eines Unternehmens optimal zu planen, zu steuern und zu verwalten. ERP soll die unternehmerischen und betrieblichen Abläufe mit Hilfe eines ganzheitlichen Konzepts steuern. Neben der Materialbedarfsplanung, einer der wichtigsten Funktionen einer ERP-Software, berücksichtigt das ERP auch das Kapital und Personal des Unternehmens. Große produzierende Unternehmen greifen dabei meist auf die Marktführer wie SAP oder Oracle zurück. Kleine oder mittelständische Unternehmen (KMU) wählen in der Regel schlankere, individuellere Lösungen.

Warum ist die ERP-Einführung so wichtig?

Ersetzt ein Unternehmen eine bestehende ERP-Software durch eine völlig neue Version gar durch Software eines anderen Herstellers, bedeutet das im übertragenen Sinne eine Operation „am offenen Herzen“. Denn die gesamte Produktion des Unternehmens hängt auf Gedeih und Verderb von der ERP-Software ab. Die Einführung einer ERP-Software ist daher in der Regel ein kritisches Projekt. Nicht selten scheitern solche Projektverträge daran, dass der Softwarehersteller oder der zwischengeschaltete Dienstleister seine Arbeit nicht zufriedenstellend verrichtet oder daran, dass die Kommunikation zwischen den Parteien nicht funktioniert.

ERP wird meistens durch einen IT-Dienstleister in einem zweistufigen Projekt eingeführt, das die Praxis auch als „Wasserfallmodell“ bezeichnet:

Phase 1: Bedarfsplanung

In der ersten Phase ermittelt das Unternehmens seinen Bedarf an eine ERP-Software und beschreibt diesen im sogenannten Lastenheft. Auf Basis des Lastenhefts erstellt der Dienstleister ein sogenanntes Pflichtenheft, das gleichzeitig als Leistungsbeschreibung für die ERP-Software dient. Bei der zweiphasigen Einführung ist das Pflichtenheft (zuweilen auch „Blueprint“ genannt) essenziell. Denn wenn die dort beschriebenen Funktion fehlen, ist die Software mangelhaft und muss vom Dienstleister / Hersteller nachgebessert werden.

Phase 2: Umsetzung

Die zweite Phase ist die sogenannte Umsetzungsphase. Diese Phase dient der Modellierung der Prozesse des Unternehmens. Daraub beruht dann ein Prototypsystem, das die zuvor erarbeiteten Modellprozesse abbildet. Nach dessen Abnahme, der meist mehrere Simulationen vorangehen, erfolgt die Inbetriebnahme des neu eingeführten ERP-Systems.

Alternative: „Agile“ Programmierung

Anstelle dieses zweiphasigen Modells orientieren sich mehr und mehr Unternehmen am Modell der agilen Softwareentwicklung. Dabei wird das ERP-System nach einem bestimmten Vorgehen (zum Beispiel SCRUM) Schritt für Schritt eingeführt, ohne dass von Anfang an ein Pflichtenheft den Bedarf des Unternehmens vollständig abbildet.

Fazit

Eine ERP-Software ist regelmäßig das Herzstück eines produzierenden Unternehmens. Projekte zur ERP-Einführung, beispielsweise bei einem Wechsel des Software-Herstellers, sind aufwändig und können erhebliche Auswirkungen auf die Produktionsabläufe haben.

Beitragsfoto: OpenClipart-Vectors


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