One stop agency

Da ich der Meinung bin, dass die nachfolgenden Informationen für viele Investoren interessant sein könnten, hier ein Artikel aus dem Kammermagzin SOROTAN, das EKONID vierteljährlich herausgibt. Zu danken ist auch meinem Co-Autor, Herrn Oliver Oehms.

„Wie im Juni der Presse zu entnehmen war, hat Präsident Susilo Bambang Yudhoyono noch vor den Präsidentschaftswahlen am 8. Juli 2009 eine Durchführungsverordnung zur Einrichtung eines „Single Window“ für ausländische Investoren unterzeichnet. Dieses „Pelayana Terpadu Satu Pintu” (PTSP) ist eine Folge des im Jahre 2007 verabschiedeten Investitionsgesetzes, welches genau eine solche Agentur bereits ankündigte. Ziel des „Satu Pintu“ ist die Betreuung ausländischer Unternehmer im Rahmen ihrer Investitionen und der damit verbundenen Genehmigungen und Lizenzen „aus einer Hand“. Allein zuständige Behörde hierfür ist nun die Investitionsförderbehörde BKPM (Badan Koordinasi Penanaman Modal).

Die nationale Indonesische Industrie- und Handelskammer (KADIN Indonesia) ist vor Verabschiedung des Presidential Decrees (PerPres) um Stellungnahme gebeten worden. Die Kammer hat sich positiv über die Intention das Gesamtvorhabens geäußert, zumal eine Konzentration aller Prozesse auf eine Stelle, die damit verbundene Abnahme der Zahl der Ansprechpartner und die Verschlankung des gesamten Prozesses durchaus begrüßenswerte Ziele sind. Eine erfolgreiche Realisierung vorausgesetzt, kann das PTSP das Investitionsklima verbessern, so KADIN, und verdient natürlich die Unterstützung von Politik und Wirtschaft. Weiterlesen

Indonesien hat gewählt

Am 8. Juli 2009 fanden in Indonesien Präsidentschaftswahlen statt. Mit überwältigender Mehrheit wurde der amtierende Präsident, der 59jährige Ex-General Susilo Bambang Yudhoyono für 5 Jahre im Amt bestätigt. Zwar stehen die offiziellen Zahlen noch aus, werden sich aber kaum von den Hochrechnungen unterscheiden. Die direkten, freien und geheimen Wahlen verliefen ruhig und waren frei von jeglichen merklichen Zwischenfällen. Der 8. Juli wurde kurzerhand zum Feiertag erklärt, um möglichst vielen Bürgern die Möglichkeit zu geben, in ihren Heimatsädten zu wählen. Mit entsprechender Vorbereitung war Briefwahl möglich.

SBY (sprich: Es Bi Jey) wie der Präsident im Volksmund genannt wird, hat sich in seiner ersten Amtsperiode zur Vaterfigur für viele Indonesier entwickelt. Seine Politik gilt as liberal, wirtschaftsorientiert und pro-westlich. Für die nächsten 5 Jahre – eine Wiederwahl ist dann nach der Verfassung nicht mehr möglich – kann der Präsident auf die Unterstützung der Bevölkerung bauen. Knapp 62% der Stimmen fielen auf den Amtsinhaber bei einer Wahlbeteiligung von knapp 72%. Resultate von denen man in Deutschland bei den anstehenden Bundestagswahlen nur träumen kann. Indonesien ist eine präsidiale Republik, sprich der Präsident führt die Regierungsgeschäfte. Umso besser, wenn er dafür die breite Unterstützung der Bevölkerung hat.

Sein Running mate ist Boediono, der ehemalige Chef der Zentralbank, ein Politiker, dem viele Indonesier vertrauen.

SBY setzt ganz auf Investitionen und ist sich bewusst, dass das Land noch einige wichtige Hausaufgaben zu erledigen hat, bevor es wieder zu alter Stärke wie vor der Krise – nicht die in 2008/2009 sondern die in 1997/1998 – zurückfinden wird. Von der aktuellen Krise bleibt Indonesien relativ unbeeindruckt. Viele Mechanismen, die während der Finanzkrise nach 1998 eingeführt wurden, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Das Bankensystem in Indonesien ist gesund. Dazu kommt, dass Indonesien 60% seines Bruttosozialproduktes von rund 500 Mrd. USD im Inland generiert. Gerade auch die Wahlen in diesem Jahr wirkten wie Konjunkturhilfen, die Konsumnachfrage stieg im ersten Halbjahr im zweistelligen Bereich. Von den eigentlichen Konjunkturprogrammen wurden bislang nur ca. 2% tatsächlich ausgegeben. Sprich, hier wäre sogar noch Luft.

Bis 2014 sollen rund 140 Mrd. USD in die Infrastruktur fließen, einer der großen Hemmschuhe für nachhaltige und noch schnellere wirtschaftliche Entwicklung. Auch das Bildungssystem steht vor einer „Runderneuerung“. Es sind bereits Programme mit einem Umfang von ca. 80 Mio. geplant, die in den nächsten 5 Jahren umgesetzt werden sollen – auch mit Hilfe von ausländischen Organisationen.

Alles in allem steht meines Erachtens einer weiteren positiven Entwicklung Indonesiens in den kommenden 5 Jahren nichts im Wege. Ein gutes erstes Zeichen war auch das erst im Juli aufgehobene Flugverbot für indonesische Airlines nach Europa. Einem Besuch des Präsidenten in Europa stünde also nichts mehr im Wege und würde die richtigen Signale zur richtigen Zeit setzen.

Unternehmer, die sich mit dem Gedanken spielen nach Asien zu gehen oder sich in Asien umzuorientieren, sollten jetzt Indonesien genauer unter die Lupe nehmen. Der Zug rollt nämlich bereits.

Indonesien überrascht mit erheblichen Steuererleichterungen

Law-BlogLang erwartet, endlich beschlossen: Steuerreduktionen für Unternehmen und Arbeitnehmer. Anfang September 2008 verabschiedete das Parlament das ersehnte Gesetz und überrascht mit einer modernen „Flatrate“ für Körperschaften, die in Deutschland immer wieder diskutiert wird, aber keine Mehrheit findet. Weiterlesen

Überarbeitete Negativliste

Law-BlogIn früheren Einträgen wurde bereits berichtet, dass für ausländische Investoren nicht alle Geschäftsfelder für ein 100%-Investment zur Verfügung stehen. Mit dem neuen Investment Law Anfang vergangenen Jahres wurde eine neue Negativliste präsentiert, die detailliert regelt, wie hoch die Anteile sind, die Ausländer an inländischen Investments halten können. Für jedes Geschäftsfeld ist dies beinahe minutiös dargestellt.

Diese – erste – Negativliste ist gerade in der ausländischen Business Community auf teils heftige Kritik gestossen. Über die Institutionen vor Ort wurde versucht, auf die Regierung einzuwirken, diese Liste nochmals zu überdenken – erfolgreich. Vergangene Woche wurde nun eine überarbeitete Negativliste vorgelegt, die zumindest in einigen Bereichen Erleichterungen gebracht hat. Wieder kein grosser Wurf, aber ein Zeichen. Dieses Ergebnis zeigt aber – und das ist das wichtige hieran -, dass die Regierung in Indonesien durchaus offene Ohren für den Input der ausländischen Wirtschaft hat und – wenn auch zögerlich – willens ist, das Investitionsklima hier im Lande zu verbessern. Dabei wird offensichtlich gerade auch auf den Input aus der deutschen Community geachtet. Viele der Abgeordneten und Regierungsmitglieder zeigen eine starke Affinität zu Deutschland und – so wurde mir berichtet – ziehen nicht selten deutsche Gesetze als Vorlage für eigene Initiativen heran. Begrüssenswert – in vielen Fällen.

Neues Company Law

Law-BlogAm 16. August diesen Jahres wurde nach mehr als 17 Jahren ein neues Limited Liability Company Law verkündet, welches das alte Gesetz aus dem Jahr 1995 ablöst. Ziel des neuen Gesetzes ist es, die veralteten Vorschriften den neuen wirtschaftlichen und technischen Gegebenheiten anzupassen, um Indonesien für neue Investoren attraktiver zu gestalten.

Neben zahlreichen Regelungen, die in diesem Gesetz getroffen werden, sorgten und sorgen insbesondere die weltweit erstmals eingeführten Bestimmungen zur Corporate Social Responsibility (CSR) für Gesellschaften, deren Geschäftsfeld mit Bodenschätzen zu tun hat, für besonderes Aufsehen. Hatten diese Gesellschaften zuvor CSR auf freiwilliger Basis zu beachten, so wurden erstmals auch gesetzliche Regelungen hierzu getroffen deren Nichtbeachtung hohe Strafen zur Folge hat. Wie CSR in Zukunft auszusehen hat, weiss allerdings noch niemand, unseren Informationen nach ist mit den Ausführungsvorschriften hierzu noch nicht begonnen worden.

Mit der Einführung der Artikel 9, 10 und 77 wird eine neue Ära der Medienkommunikation – nun auch in Indonesien – beschritten. Erstmals werden gesetzliche Regelungen zum Einsatz von Telefonkonferenzen, Videokonferenzen und elektronischem Datentransfer getroffen. Beispielsweise wird nun – dies wird von ausländischen Investoren mit Erleichterung aufgenommen – auf die persönliche Anwesenheit aller Gesellschafter bei der Gesellschafterversammlung verzichtet, der Wehmutstropfen folgt allerdings auf dem Fusse: es ist dafür Sorge zu tragen, dass der nicht persönlich anwesende oder vertretene Gesellschafter akustisch und (!) visuell durch Einsatz entsprechender Technik wahrgenommen werden kann. Weiterlesen

Arbeitnehmer im Unternehmen

Law-BlogDas Arbeitsrecht in Indonesien ist sehr arbeitnehmerfreundlich ausgerichtet. Im Rahmen diverser Reformanstrengungen soll auch das Arbeitsrecht überarbeitet werden, mit einem Gesetzesentwurf ist allerdings vor den Präsidentschaftswahlen im Jahre 2009 nicht mehr zu rechnen.

In Indonesien besteht inzwischen eine Vielzahl an arbeitsrechtlichen Bestimmungen, die nicht einheitlich kodifiziert sind.

Arbeitsverhältnisse werden wie auch in Deutschland durch Abreden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer begründet. Da der Gesetzgeber jedoch zum Ausgleich gewisser Machtdisparitäten den Arbeitsvertrag nicht alleine von den Vertragspartnern ausgehandelt wissen will, existiert eine Vielzahl von Bestimmungen, die den Arbeitsvertrag zwingend beeinflussen. Eine bestimmte Form ist nicht vorgesehen, natürlich sollten Arbeitsverträge aber schriftlich ausgehandelt werden, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.

Befristete Arbeitsverhältnisse von ein bis zwei Jahren sind aus vielerlei Gründen in Indonesien durchaus üblich. Ein befristetes Arbeitsverhältnis kann zunächst einmal um ein Jahr verlängert werden. Nach der ersten Verlängerung muss das Arbeitsverhältnis für einen Monat unterbrochen werden, danach kann der Arbeitnehmer nochmals für ein Jahr beschäftigt werden. Nach dieser Verlängerung besteht nur die Möglichkeit den Arbeitnehmer unbefristet zu beschäftigen oder aber sich einen neuen Arbeitnehmer zu suchen. Eine weitere Befristung ist nicht möglich. Unbefristete Arbeitsverträge müssen zwingend schriftlich und in der Landessprache verfasst sein.

Während in Deutschland noch darüber gestritten wird, gibt es ihn in Indonesien längst, den Mindestlohn. Weiterlesen

Retail-Business vor Umschwung

Law-BlogNach dem geltenden Investitionsrecht ist der Verkauf von Produkten an den Endverbraucher durch ausländische Unternehmen verboten. Dieses Verbot versteht sich vor dem Hintergrund eines Protektionismus, der durchaus auch in anderen asiatischen Ländern zu beobachten ist. In der Regel bedienen sich die Unternehmen daher so genannter Distributoren, Sole Agents oder Handelsvertreter für den Vertrieb ihrer Produkte. Nicht jedes Unternehmen will sich aber mit seinem Business von einem Dritten abhängig machen. Teils gelten die Befürchtungen zu Recht, teils sind sie sicher überzogen.

In der Vergangenheit hat sich eine Praxis herausgebildet, wie man den Vertrieb doch über „das eigenen Unternehmen“ abwickeln konnte. Man liess einen befreundeten Einheimischen – zumeist den Geschäftsführer der PT PMA (Zusatz PMA kennzeichnet die „GmbH“ mit ausländischer Beteiligung) hier vor Ort – eine Personengesellschaft gründen und sicherte sich intern durch einen Treuhandvertrag ab. Damit hatte man sich sozusagen aus den eigenen Reihen heraus einen Distributor geschaffen. Seit geraumer Zeit wird diese Praxis nun wohl nicht mehr geduldet. Den Gerüchten zufolge werden Prüfer diese Konstruktion künftig nicht mehr anerkennen. Das warum ist noch unklar, zumal sich die gesetzlichen Vorgaben nicht geändert haben, weder durch das neue Investitionsgesetz noch durch das neue Unternehmensrecht.

Die Gründe sind womöglich wieder protektiver Art. In der Vergangenheit hatten sich schon ganze Geschäftszweige aus diesem Business entwickelt. Ein Einheimischer kann zwanzig Gesellschaften gründen und damit genauso oft – gegen Gebühr – als Treuhänder zur Verfügung stehen. Vermutlich will man dieser Entwicklung nun entgegentreten und aber auch den heimischen Gesellschaften Einnahmequellen erhalten. Meines Erachtens wird man ähnliche Konstruktionen nun über die Gründung einer PT schaffen. Dies ist zwar teurer und das Konstrukt anfälliger, aber in den Augen vieler Investoren vermutlich immer noch besser, als die Zwischenschaltung eines eigenständigen Unternehmers, der Weisungen grundsätzlich nicht unterliegt. Darüberhinaus geht der Distributor in höherem Umfang auf Kosten der eigenen Marge. Es bleibt abzuwarten wie sich die Dinge entwickeln.

The Indonesian „GmbH“

Law-BlogForeign investment in Indonesia requires a legal entity incorporated under Indonesian law. This legal entity can either be established as a legally independent subsidiary of the foreign company or as a joint venture between the foreign investor and an Indonesian company.

A so-called Perseroan Terbatas (PT) is a limited liability company comprising of elements also found in the German Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) and the German Aktiengesellschaft (AG). It has three corporate organs, namely the General Shareholders Meeting, the Board of Directors and The Board of Commissioners. A PT is obliged to pay corporate income tax in Indonesia. The rates vary depending on the income of the company. The foreign investor, however, is limited to the legal form of a Perseroan Terbatas (PT), more specific a Penanaman Modal Asing (PMA), a limited liability company incorporated under Indonesian law.

There are two ways to set up a PMA; either the foreign investor can establish a company that is a) completely 100 percent owned by him or b) form a joint venture with an Indonesian company as partner.

There is one requirement that has to be fulfilled by foreign sole owner; the PMA must divest an unspecified portion of shares to an Indonesian party within a period of 15 years. The exact percentage of the so-called sebagian is not fixed by law; this is why the BKPM determines the rate depending on each case.

The other possibility to establish a PMA is by means of a joint venture with an Indonesian partner. Eligible as Indonesian partner to a joint venture with a foreign investor are natural persons as well as legal entities.

To set up a PT at least two founders are needed. Weiterlesen