Das Arbeitsgericht Köln hat mit Urteil vom 21. Januar 2010, Az: 6 Ca 3846/09, darüber zu entscheiden, ob häufige Toilettenbesuche eine Gehaltskürzung rechtfertigen.
Der Kläger, ein angestellter Rechtsanwalt, hatte gegen seinen Arbeitgeber, eine Klage erhoben, da ihm lediglich ein Teil seines Monatsgehaltes ausbezahlt wurde. Der Arbeitgeber begründete die Gehaltskürzung damit, dass der Arbeitnehmer “seit Beginn seines Arbeitsverhältnisses pflicht- und vertragswidrig erhebliche Arbeitszeit über das übliche Maß weit hinausgehend auf der Toilette verbracht habe”.
Der Arbeitgeber hatte durch zwei Mitarbeiterinnen die Toilettenzeiten des Arbeitnehmers protokollieren lassen. Hierbei wurde festgestellt, dass der Arbeitnehmer in dem Zeitraum zwischen 8. Mai 2009 und 26. Mai 2009 insgesamt 384 Minuten auf der Toilette verbracht hatte. Der Arbeitgeber rechnete die Toilettenzeiten auf die Gesamtdauer des Arbeitsverhältnisses hoch. Dabei kam er zu dem Ergebnis, dass der Arbeitnehmer während seiner Betriebszugehörigkeit zusätzlich zu den üblichen Pausen- und Toilettenzeiten insgesamt 90 Stunden auf der Toilette verbracht habe und zog dafür Euro 682,40 vom Nettogehalt ab.
Der Arbeitnehmer brachte hiergegen vor, dass er während des von den Kolleginnen protokollierten Zeitraumes an Verdauungsstörungen gelitten habe.
Das Arbeitsgericht gab der Klage des Arbeitnehmers in diesem Punkt vollständig statt, da es den Vortrag des Arbeitgebers für nicht ausreichend und lediglich auf einer Hochrechnung basierend hält.

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15 Feedbacks
Ich
So ein “Scheiß”!
lukas
knapp 7,50 euro in der stunde? gibts da keinen mindestlohn?
Gegenpol
Ich bin erschüttert, unter welch katastrophalen Arbeitsbedingungen die Rechtsanwälte heute leiden. Gut, dass die Richter ein Herz haben und diese notleidenden Mitmenschen schützen.
Claudia Johannes
Das Arbeitsrecht und die damit verbunden Klagen sind teils wirklich kurios. Irgendwann wird noch darüber entschieden ob Brillenträger oder Menschen mit Sehschwäche einen Lohnabzug bekommen müssen, weil man ein paar mal am Tag die Brille putzen muss. Oder der Arbeitgeber klagt darauf, dass sich der Angestellte die Augen lasern lassen muss, damit keine Zeit mehr für Kontaklisen oder Brillen und deren Pflege verwendet merden muss.
Michael
Sowas hab ich ja noch nie gehört.. fast schon lustig. Mir tun nur die Angestellten leid, die unter solchen Cheffs / Anwälten leiden müssen.
Waldemar
Wenn man da mal auf diese http://blog.mhg-outlaw.com/2010/09/mhg-rechtsanwalte-aus-jena-mehrfach-negativ-aufgefallen/
Webseite schaut, dann wundert einen gar nichts mehr.
Gruß
Waldi
Toilettenbesucher
Gibt es dann in der Zukunft für ältere Arbeitnehmer einen pauschalen Lohnabzug, weil sie öfters Wasser lassen müssen?
Andy
Es ist einfach umfassbar, um was sich heute so gestritten wird. Den Leuten muss einfach langweilig sein, anders kann ich es mir nicht erklären. Was ein Glück gibt es Richter und Gerichtssäle oder was würden diejenigen ohne diese Hilfsmittel machen??? Nahkampf?
Anwalt P. Engel in Hamburg Schnelsen
Das ist wirklich lustig. Ich könnte auch von einigen sehr lustigen Fällen bei mir berichten.
SanMario
Gibt es eigentlich noch sowas wie Menschlichkeit und Vernunft bei den Arbeitgebern von heute? Das is doch echt das Letzte, statt den Betroffenen mal direkt drauf anzusprechen wird gleich bespitzelt… ich fass es nicht.
Tjorven
Naja wenn man echt Verdauungsprobleme hat… denk auch dass es fairer gewesen wäre erstmal mit dem Typen selber zu reden, der hät dann ja auch mal zum Arzt oder so
Christian B
Über sowas kann man eigentlich nur schmunzeln, obwohl es leider ein sehr ernstes Thema ist …
Grüße vom Rechtsanwalt Offenbach
Martin
“… da es den Vortrag des Arbeitgebers für nicht ausreichend und lediglich auf einer Hochrechnung basierend hält.” bedeutet dies, dass bei einer “ordentlichen” Datenerhebung das Vorgehen des Arbeitgebers gerechtfertigt wäre? Ich sehe es schon kommen, dass bei Online-Bewerbungsformularen die Toilettenzeiten abgefragt werden
hans
Naja, andere sitzen den ganzen Tag an ihrem Schreibtisch und haben am Ende des Tages auch nichts geschafft… aber dass die Leute immer alles über Gerichte klären müssen, das ist echt schwach.
Rechtsanwalt
Wahrscheinlich ist es die einzige Möglichkeit das Büro zu verlassen.
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