Retail-Business vor Umschwung

Veröffentlicht am 17. Oktober 2007 von Sonja Drexl-Trautmann | Indonesien | 0 Kommentare

Law-BlogNach dem geltenden Investitionsrecht ist der Verkauf von Produkten an den Endverbraucher durch ausländische Unternehmen verboten. Dieses Verbot versteht sich vor dem Hintergrund eines Protektionismus, der durchaus auch in anderen asiatischen Ländern zu beobachten ist. In der Regel bedienen sich die Unternehmen daher so genannter Distributoren, Sole Agents oder Handelsvertreter für den Vertrieb ihrer Produkte. Nicht jedes Unternehmen will sich aber mit seinem Business von einem Dritten abhängig machen. Teils gelten die Befürchtungen zu Recht, teils sind sie sicher überzogen.

In der Vergangenheit hat sich eine Praxis herausgebildet, wie man den Vertrieb doch über „das eigenen Unternehmen“ abwickeln konnte. Man liess einen befreundeten Einheimischen – zumeist den Geschäftsführer der PT PMA (Zusatz PMA kennzeichnet die „GmbH“ mit ausländischer Beteiligung) hier vor Ort – eine Personengesellschaft gründen und sicherte sich intern durch einen Treuhandvertrag ab. Damit hatte man sich sozusagen aus den eigenen Reihen heraus einen Distributor geschaffen. Seit geraumer Zeit wird diese Praxis nun wohl nicht mehr geduldet. Den Gerüchten zufolge werden Prüfer diese Konstruktion künftig nicht mehr anerkennen. Das warum ist noch unklar, zumal sich die gesetzlichen Vorgaben nicht geändert haben, weder durch das neue Investitionsgesetz noch durch das neue Unternehmensrecht.

Die Gründe sind womöglich wieder protektiver Art. In der Vergangenheit hatten sich schon ganze Geschäftszweige aus diesem Business entwickelt. Ein Einheimischer kann zwanzig Gesellschaften gründen und damit genauso oft – gegen Gebühr – als Treuhänder zur Verfügung stehen. Vermutlich will man dieser Entwicklung nun entgegentreten und aber auch den heimischen Gesellschaften Einnahmequellen erhalten. Meines Erachtens wird man ähnliche Konstruktionen nun über die Gründung einer PT schaffen. Dies ist zwar teurer und das Konstrukt anfälliger, aber in den Augen vieler Investoren vermutlich immer noch besser, als die Zwischenschaltung eines eigenständigen Unternehmers, der Weisungen grundsätzlich nicht unterliegt. Darüberhinaus geht der Distributor in höherem Umfang auf Kosten der eigenen Marge. Es bleibt abzuwarten wie sich die Dinge entwickeln.

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