WLAN und Recht Revisited – der Podcast

Veröffentlicht am 29. November 2006 von Arne Trautmann | Onlinerecht | 2 Kommentare

Wenn Sie – wie ich – gern mal über Stricke und Schnüre (oder auch einfach so) stolpern und dabei gleich ganze Schreibtischinhalte mit in die Tiefe reißen, dann empfinden Sie WLAN vermutlich als eine sehr segensreiche Sache. Wenn Sie dazu noch ein Mensch sind, der Freude gern teilt, dann betreiben Sie vielleicht ganz bewusst Ihr WLAN offen und für Dritte benutzbar; vielleicht sind Sie auch technisch nicht so bewandert und machen das unbewusst (behaupten aber am Stammtisch stolz das Gegenteil). Womöglich treibt Sie auch eine Art halbkommerzieller Gedanke an, wie etwa bei der stetig wachsenden FON-Gemeinde.

In jedem Fall fragen Sie sich vielleicht, wie sich das bekannte WLAN-Urteil des LG Hamburg auf Ihre rechtliche Verantwortlichkeit auswirkt, falls ein böser oder einfach sorgloser Mensch Ihr Netz ohne Ihr Wissen für Rechtsverletzungen benutzt.

Die Frage trieb auch die Redaktion der Mac Essentials an. Zwecks Erörterung der Angelegenheit aus rechtlicher Sicht rief man von dort hier an und nahm das Gespräch auf um daraus einen Podcast zu zimmern. Vielleicht haben Sie den auf Mac-Essentials schon gehört, falls nicht haben Sie hier nochmals die Gelegenheit.

Hier sind die Shownotes:

  • Wir sind uns einig, dass die Zurverfügungstellung von WLAN-Zugangsmöglichkeiten eine gute Sache ist.
  • Wir unterhalten uns ein wenig über vertragsrechtliche (darf ich teilen ohne den Vertrag mit meinem Provider zu verletzen?) und haftungsrechtliche (wer haftet, wenn über mein WLAN Rechtsverletzungen begangen werden?) Fragen.
  • Wir sehen das Urteil des LG Hamburg und die darin liegenden Gefahren für solche Modelle.
  • Wir halten das Urteil für falsch und glauben, dass eine ähnliche Sache bei neuerlichen Fällen gute Chancen hätte, anders entschieden zu werden.
  • Wir bewerten die rein statistischen Chancen der Inanspruchnahme: Autofahren ist vermutlich gefährlicher als WLAN teilen.
  • Wir meinen, dass die Teilung von WLANs zur gesellschaftlichen Normalität werden sollte und das auch die Rechtsfindung beeinflussen könnte.

Die Unterhaltung fand über Skype statt, entschuldigen Sie daher bitte die telefonartige Qualität der einen Hälfte des Gesprächs. Wie immer auch der Disclaimer für das gesprochene Wort: Es gab wieder Kaffee und Nussecken. Hier ist also kein hochwissenschaftlicher Disput zu erwarten sondern ein Austausch von Meinungen.

2 Gedanken zu "WLAN und Recht Revisited – der Podcast"

Wenn jemand anderes als der Inhaber für Rechtsverletzungen haftet, wird das zur Freikarte. „Willst du jemanden gefahrlos online beleidigen? Leg dir eine WLAN-Karte zu.“
Und jedem die technischen Mittel aufzuzwingen, jegliche Zugriffe zu loggen, ist utopisch.

„Autofahren ist vermutlich gefährlicher als WLAN teilen.“
Wenn jemand mein Auto klaut und damit was anstellt, bin ich es nicht schuld. Wenn jemand meinen WLAN-Router benutzt, bin ich es schuld. Klasse Vergleich.

Es gibt entsprechende Möglichkeiten sich vor etwaigen Angriffen zu schützen. Klar wird es immer eine Lücke im System geben, aber die warscheinlichkeit, schätze ich als nicht ganz so hoch ein. Wenn man jedoch nichts für seine Sicherheit im Netzt tut, braucht man sich auch nachher nicht zu beschweren.